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beyond korean non-sense

Wandern im Palgongsan – oder was daraus geworden ist

Der Reiseführer verspricht «leichte bis anspruchsvolle, aber keineswegs gefährliche Wege» im Palgongsan Dorip Gongwon, dem Hauspark der Millionenmetropole Daegu. Der Autor (des Reiseführers) hatte offensichtlich keine Ahnung, worüber er schrieb.

Der höchste Gipfel des Palgongsan, der aufgrund seiner Form, die drei Buddhas ähneln sollen, früher als heiliger Berg galt, ist gerade mal 1192 Meter hoch. Das schien Lotos und Kimchi trotz ihrer schmerzlichen Erfahrung am Ulsanbawi einige Tage zuvor ein annehmbares Ziel. «Provinzpark», wie das Gebiet des Palgongsan auch heisst, klingt auch einigermassen machbar. Doch irgendwie hatte Lotos das Wort «Park» etwas falsch gedeutet. Aufgrund seiner Schilderungen hatte Kimchi nämlich vermutet, dass es sich um einen Stadtpark für gemütliche Sonntagsspaziergänge handeln musste. Als Lotos dann auch noch die unbequeme Fototasche schulterte, war klar: «Das wird ein gemütlicher Ausflug.» Doch es kam anders: Nach einer 40minütigen Busfahrt sahen sich die beiden umringt von steilen Bergen.

Zugegeben: Im Reiseführer wird unmissverständlich vom «steilen Aufstieg» auf die 800 m.ü.M. gelegene Aussichtsplattform (Nr. 1) gesprochen. Doch alternativ kann man auch die Gondel nehmen, was Kimchi und Lotos dankend annahmen. Darüber, wie steil und unwegsam die Wege oberhalb der Aussichtsplattform sind, verlor der Autor des Reiseführers allerdings kein Wort. Also fanden es die beiden selber raus.

Für die 500 Meter hinauf bis zum ersten Aussichtspunkt benötigen Lotos und Kimchi eine volle Stunde. Dort angekommen, waren sie nicht nur komplett ausser Atem, es zogen auch dunkle Wolken auf. Die Sonne war längst weg und es wurde empfindlich kühl. Die Wanderausrüstung der beiden hätte vielleicht einem Stadtpark genüge getan, aber sicher keiner mehrstündigen Wanderung durch unwegsames Gelände. Denn die Wege des Palgongsan sind nicht nur extrem steil, sondern auch beschwerlich. Man kommt aus dem Klettern gar nicht mehr raus.

Mühelos: Ausblick von der ersten Plattform, die man bequem mit der Gondel erreicht.

Also beschlossen die beiden, den Rückzug anzutreten. Dabei entdeckten sie, dass der Weg von der Bergstation der Gondel hinab ins Tal keineswegs steil war, sondern gemütlich und bequem, hindurch durch Nadelwälder und vorbei an unzähligen Steinhäufchen, die Wanderer hier sorgfältig aufgeschichtet hatten.

Die Tour endete für Kimchi und Lotos schliesslich im eigentlich schönen und malerischen Dongwha-Tempel. Allerdings ging diesem aufgrund eines gerade stattfindenden Volksfestes und den damit einhergehenden Massen an Besuchern etwas die Beschaulichkeit ab. Also machten sich die beiden auf den Rückweg nach Daegu und wurden dabei Zeuge des zweifelhaften Talents von Koreas schlechtestem Busfahrer aller Zeiten.

Auf ein andermal, Palgongsan!

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